Dr. Muhammad Elhamy
Eine wissenschaftliche Richtigstellung, völkerrechtliche Analyse und theologische Beweisführung auf Basis der Analysen von Dr. Mohamed Elhamy [61]
Wenn du dich als gläubiger Muslim den historischen und apologetischen Angriffen der Moderne aussetzt, die mit zynischer Stimme behaupten, der Gesandte Allahs ﷺ sei in den früheren heiligen Schriften der Juden und Christen niemals prophezeit worden, musst du zuerst ein unumstößliches wissenschaftliches Grundgesetz verankern [61]. Wer in eine theologische Debatte einsteigt, ohne die methodischen Grundlagen zu klären, hat den Kampf um die Wahrheit bereits auf halbem Weg verloren [61].
Das Gesetz der überlegenen Glaubwürdigkeit (قَاعِدَةُ الْمَوْثُوقِ) [61]
Wir stehen in dieser Frage vor zwei diametral entgegengesetzten Behauptungen [61]. Auf der einen Seite steht der Heilige Koran – ein Monument der Geistesgeschichte, das uns durch eine lückenlose, fehlerfreie Massenüberlieferung (Tawatur / التَّوَاتُر) und ein beispiellos strenges Sendersystem (Isnad / الْإِسْنَاد) überliefert wurde [61]. Jede Sure, jeder Vers, ja jeder einzelne Buchstabe wurde im Moment der Offenbarung von den Gefährten auswendig gelernt und schriftlich fixiert [61].
Auf der anderen Seite stehen die heutigen Texte der Tora und des Evangeliums (der sogenannte „Kanon“), von denen selbst die renommiertesten westlichen Bibelkritiker, Philologen und Historiker einräumen, dass sie das Produkt jahrhundertelanger Redaktionsprozesse, Übersetzungsfehler, willkürlicher Kürzungen, theologischer Zensur und verlorener Handschriften sind [61]. Die Tora und das Evangelium wurden in ihren Originalsprachen (Hebräisch, Aramäisch, Altgriechisch) über Jahrhunderte hinweg mündlich weitergegeben, bevor sie von menschlichen Schreibern unter dem Einfluss politischer und kirchlicher Machtkämpfe kanonisiert wurden [61].
Die unerbittliche Logik der wissenschaftlichen Methode gebietet daher: Das absolut gesicherte, historisch unversehrte Dokument herrscht als Maßstab über das nachweislich fehlerhafte und veränderte Dokument [61]. Wenn der Koran und der Gesandter Allahs ﷺ bezeugen, dass seine Ankunft in den ursprünglichen prophetischen Schriften niedergeschrieben war, so ist dies für uns eine historische Gewissheit, selbst wenn die manipulierten Übersetzungen der heutigen Bibel davon schweigen [61].
Darüber hinaus gilt es, die psychologische Unmöglichkeit eines Betrugs zu erkennen [61]. Versetze dich in das Medina des 7. Jahrhunderts [61]. Der Prophet ﷺ war umgeben von hochgebildeten, wehrhaften jüdischen Stämmen (den Banu Qurayzah, Banu Nadir und Banu Qaynuqa), die im Besitz ihrer hebräischen Schriften waren, sowie von christlichen Delegationen aus dem Scham und dem Jemen [61]. Kein intelligenter Mann, der eine dauerhafte Glaubensgemeinschaft gründen wollte, würde in einer solchen Arena öffentlich verkünden, dass er namentlich und charakterlich in den Büchern seiner Gegner beschrieben ist, wenn dies eine reine Erfindung wäre [61]. Er hätte seinen Kritikern damit das tödlichste Werkzeug in die Hand gegeben, um ihn vor den Augen der gesamten arabischen Halbinsel als Scharlatan und Lügner zu demaskieren [61]. Wenn der Koran mit solcher Bestimmtheit deklariert:
«الَّذِينَ يَتَّبِعُونَ الرَّسُولَ النَّبِيَّ الْأُمِّيَّ الَّذِي يَجِدُونَهُ مَكْتُوبًا عِندَهُمْ فِي التَّوْرَاةِ وَالْإِنجِيلِ…»
„… jene, die dem Gesandten folgen, dem schriftunkundigen Propheten, den sie bei sich in der Tora und im Evangelium aufgeschrieben finden…“ (Sure Al-A’raf: 157) [61]
… dann geschah dies im vollen Bewusstsein, dass diese Texte den Gelehrten vorlagen [61]. Und tatsächlich: Die aufrichtigsten unter den jüdischen und christlichen Gelehrten erkannten ihn augenblicklich [61]. Abdullah ibn Salam (عَبْدُ اللَّهِ بْنُ سَلَامٍ), der unbestrittene Oberrabbiner von Medina, trat nach einer einzigen Begegnung zum Islam über, weil er die physischen und charakterlichen Merkmale aus seinen Büchern wiedererkannte [61]. Er rief aus: „Ich erkannte ihn, als ich ihn sah, wie ich meinen eigenen Sohn erkenne – ja, meine Kenntnis über Muhammad ist noch intensiver als meine Kenntnis über meinen Sohn!“ [61].
Dasselbe geschah mit dem christlichen Asketen Waraqah ibn Naufal (وَرَقَةُ بْنُ نَوْفَلٍ) in Mekka, der beim ersten Bericht über die Offenbarung in der Höhle Hira ausrief [61]:
«هَذَا النَّامُوسُ الَّذِي نَزَّلَ اللَّهُ عَلَى مُوسَى»
„Dies ist derselbe Offenbarungsengel [Al-Namus], den Allah zu Moses herabgesandt hat!“ [61]
Und selbst der oströmische Kaiser Heraclius (هِرَقْلُ) gestand nach seinem tiefgehenden Kreuzverhör mit Abu Sufyan im fernen Syrien ein [61]:
«وَلَقَدْ كُنْتُ أَعْلَمُ أَنَّهُ خَارِجٌ، وَلَمْ أَكُنْ أَظُنُّ أَنَّهُ مِنْكُمْ، وَلَوْ أَنِّي أَعْلَمُ أَنِّي أَخْلُصُ إِلَيْهِ لَتَجَشَّمْتُ لِقَاءَهُ، وَلَوْ كُنْتُ عِنْدَهُ لَغَسَلْتُ عَنْ قَدَمَيْهِ»
„Und ich wusste wohl, dass er erscheinen würde, doch ich dachte nicht, dass er aus eurer Mitte [den Arabern] hervorgehen würde. Wenn ich wüsste, dass ich zu ihm gelangen könnte, hätte ich jede Mühe auf mich genommen, um ihn zu treffen; und wäre ich bei ihm, so hätte ich gewiss seine Füße gewaschen!“ [61]
Es ist nur natürlich, dass sich der moderne Suchende die Frage stellt: Wenn diese Prophezeiungen so klar waren, warum sehen wir sie heute nicht mehr in jeder Standardübersetzung der Bibel?
Dr. Elhamy legt dar, dass die jüdische und christliche Gelehrsamkeit über vierzehn Jahrhunderte hinweg im Zuge des permanenten theologischen Abwehrkampfes zwei hocheffiziente Mechanismen der Textmanipulation angewandt und perfektioniert hat [61]:
Das bewusste Vernichten, Zurückhalten oder schlichte Auslassen unliebsamer Passagen [61]. Die heutige Bibel selbst liefert den unwiderruflichen Beweis für ihre eigene Unvollständigkeit: In den protestantischen und katholischen Bibeln wird an zahlreichen Stellen auf historische prophetische Bücher verwiesen (wie das „Buch des Aufrechten“ oder das „Buch der Kriege des Herrn“), die heute spurlos verschwunden sind [61]. Wenn ganze Bücher der Offenbarung im Laufe der Jahrhunderte verlorengingen, wie kann ein ehrlicher Historiker dann behaupten, die expliziten Ankündigungen über das Siegel der Propheten ﷺ seien unversehrt geblieben [61]?
Dies ist die subtilere, aber weitaus verheerendere Methode [61]. Wenn ein Name, eine Ortsbezeichnung oder eine glasklare Eigenschaft nicht mehr physisch gelöscht werden konnte (weil die Abschriften bereits zu weit verbreitet waren), griffen die Übersetzer zu linguistischen Tricks [61]. Sie übersetzten Eigennamen als allgemeine Substantive, um den prophetischen Bezug systematisch zu verschleiern [61]. Aus dem Namen „Ahmad“ (der Gepriesene) wurde so der abstrakte Begriff „Tröster“ oder „Beistand“; aus dem geografischen Eigennamen „Paran“ (Mekka) wurde in einigen Sprachen die ungenaue Übersetzung „schattiger Wald“ [61]. Sie bauten ein monumentales apologetisches Gedankengebäude auf, um diese prophetischen Pfeile von Muhammad ﷺ abzulenken und sie krampfhaft auf Jesus (عِيسَى), den Heiligen Geist oder obskure jüdische Könige umzulenken [61].
Der geniale zeitgenössische Forscher Dr. Sami Ameri (دُكْتُور سَامِي عَامِرِي) hat in seinem bahnbrechenden Werk „Die Botschaft vom Propheten des Islams“ (الْبِشَارَةُ بِنَبِيِّ الْإِسْلَامِ) einen methodischen Geniestreich vollzogen [61]. Er wählte eine eiserne wissenschaftliche Strenge: Er analysierte die umstrittenen Passagen, zitierte die verzweifelten Ausflüchte jüdischer und christlicher Theologen und widerlegte diese ausschließlich mit den Texten und internen Kritiken anderer christlicher Gelehrter [61]. Ameri wies nach, dass die Methoden, mit denen Theologen versuchen, die Prophezeiungen über Muhammad ﷺ im Alten Testament wegzudiskutieren, so zerstörerisch sind, dass sie – konsequent angewandt – auch sämtliche Prophezeiungen über Jesus im Alten Testament in sich zusammenstürzen lassen [61]. Sie müssen die Glaubwürdigkeit ihrer eigenen Religion opfern, nur um das Erscheinen des Gesandten Allahs ﷺ zu leugnen [61].
Wer jedoch mit linguistischer Präzision und historischem Verstand sucht, findet bis heute die unbezwingbaren Spuren der Wahrheit in den heiligen Schriften der Völker [61].
Im fünften Buch Mose (Deuteronomium 33:2) lesen wir die gewaltige prophetische Chronologie der drei großen Offenbarungsstufen der Menschheit:
«جَاءَ الرَّبُّ مِنْ سِينَاءَ، وَأَشْرَقَ لَهُمْ مِنْ سَعِيرَ، وَتَلأْلأَ مِنْ جِبَالِ فَارَانَ، وَأَتَى مِنْ رِبَوَاتِ الْقُدْسِ، وَعَنْ يَمِينِهِ شَرِيعَةٌ نَارِيَّةٌ لَهُمْ»
„Der Herr kam vom Sinai und ging ihnen auf von Seir; er leuchtete hervor vom Berge Paran, und er kam aus Zehntausenden von Heiligen; zu seiner Rechten war ein feuriges Gesetz für sie.“ [61]
Diese theozentrische Geografie duldet bei unvoreingenommener Betrachtung keine zwei Meinungen [61]:
Wer ist der einzige Prophet der Menschheit, der aus der Wüste Paran (Mekka) hervorging, ein „feuriges Gesetz“ (eine Scharia) brachte und von „Zehntausenden von Heiligen [Gefährten]“ begleitet wurde [61]? Es ist der Gesandte Allahs ﷺ, der bei der glorreichen Eroberung Mekkas exakt von 10.000 unerschütterlichen Gefährten begleitet wurde, die das Gesetz des Monotheismus in ihren Rechten trugen [61].
Dies ist die präzise theologische Entsprechung des gewaltigen Eides, den Allah im Heiligen Koran schwört, um die drei heiligen Offenbarungsstätten zu verbinden:
«وَالتِّينِ وَالزَّيْتُونِ وَطُورِ سِينِينَ وَهَٰذَا الْبَلَدِ الْأَمِينِ»
„Beim Feigenbaum und beim Ölbaum [das Land des Scham/Syrien], und beim Berge Sinai, und bei dieser sicheren Stadt [Mekka]!“ (Sure At-Tin: 1–3) [61]
Im Buch des Propheten Jesaja (Isaiah 42:11–12) heißt es in einem ergreifenden Loblied:
«لِتَرْفَعِ الْبَرِّيَّةُ وَمُدُنُهَا صَوْتَهَا، الدِّيَارُ الَّتِي سَكَنَهَا قِيدَارُ. لِتَتَرَنَّمْ سُكَّانُ سَالَعَ. مِنْ رُؤُوسِ الْجِبَالِ لِيَهْتِفُوا. لِيُعْطُوا الرَّبَّ مَجْدًا وَيُخْبِرُوا بِتَسْبِيحِهِ فِي الْجَزَائِرِ»
„Es erhebe ihre Stimme die Wüste und ihre Städte, die Dörfer, die Kedar bewohnt. Es sollen frohlocken die Bewohner von Sela, von den Gipfeln der Berge sollen sie jauchzen! Sie sollen dem Herrn die Ehre geben und sein Lob verkünden in den fernen Ländern [oder Inseln]!“ [61]
Jedes einzelne Wort dieses Textes ist ein geografischer und genealogischer Fingerzeig [61]:
In diesem gesamten 42. Kapitel beschreibt Jesaja diesen kommenden Retter als einen Diener Allahs, der „das Recht zu den Nationen bringen wird“, der „nicht verzagt und nicht zerbricht, bis er das Recht auf Erden aufgerichtet hat; und die fernen Länder warten auf seine Scharia [شَرِيعَتُهُ]“ (Isaiah 42:1–4) [61].
Dies kann unmöglich auf Jesus zutreffen, der laut christlicher Theologie ohnmächtig am Kreuz starb, keine politische Macht besaß und keine staatliche Gesetzgebung hinterließ [61]. Es beschreibt in absoluter Vollkommenheit das historische Wirken von Muhammad ﷺ, der das Reich des Rechts begründete und dessen Scharia bis heute von Milliarden Menschen praktiziert wird [61].
Dies deckt sich haargenau mit dem Zeugnis des Gefährten Abdullah ibn Amr ibn al-Aas (عَبْدُ اللَّهِ بْنُ عَمْرِو بْنِ الْعَاصِ), der ein großer Gelehrter der früheren Schriften war [61]. Als er im Sahih al-Bukhari gefragt wurde, wie der Prophet ﷺ in der Tora beschrieben sei, zitierte er direkt aus dem Hebräischen jenen Vers, der dem 42. Kapitel des heutigen Jesaja-Buches gleicht:
«يَا أَيُّهَا النَّبِيُّ إِنَّا أَرْسَلْنَاكَ شَاهِدًا وَمُبَشِّرًا وَنَذِيرًا وَحِرْزًا لِلْأُمِّيِّينَ، أَنْتَ عَبْدِي وَرَسُولِي، سَمَّيتُكَ المُتَوَكِّلَ، لَيْسَ بِفَظٍّ وَلَا غَلِيظٍ وَلَا صَخَّابٍ فِي الأَسْوَاقِ، وَلَا يَدْفَعُ السَّيِّئَةَ بِالسَّيِّئَةِ وَلَكِنْ يَعْفُو وَيَغْفِرُ، وَلَنْ يَقْبِضَهُ اللَّهُ حَتَّى يُقِيمَ بِهِ المِلَّةَ العَوْجَاءَ بِأَنْ يَقُولُوا: لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ، وَيَفْتَحَ بِهِ أَعْيُنًا عُمْيًا وَآذَانًا صُمًّا وَقُلُوبًا غُلْفًا»
„O Prophet! Wir haben dich gesandt als Zeugen, als Bringer froher Botschaft, als Warner und als Schutz für die Schriftunkundigen. Du bist Mein Diener und Mein Gesandter. Ich habe dich ‚den auf Allah Vertrauenden‘ [Al-Mutawakkil] genannt. Er ist weder grob noch hartherzig, noch lärmt er auf den Märkten. Er vergilt Böses nicht mit Bösem, sondern er vergibt und verzeiht. Und Allah wird ihn nicht sterben lassen, bis Er durch ihn die krumme Gemeinschaft aufrichtet, sodass sie bezeugen: ‚Es gibt keinen Gott außer Allah‘, und Er durch ihn blinde Augen, taube Ohren und verschlossene Herzen öffnet!“ [61]
In den Abschiedsreden des Johannes-Evangeliums spricht Jesus mit tiefem Ernst zu seinen trauernden Jüngern:
«لَكِنِّي أَقُولُ لَكُمُ الْحَقَّ: إِنَّهُ خَيْرٌ لَكُمْ أَنْ أَنْطَلِقَ، لِأَنَّهُ إِنْ لَمْ أَنْطَلِقْ لَا يَأْتِيكُمُ الْمُعَزِّي (الْفَارَقْلِيطُ)، وَلَكِنْ إِنْ ذَهَبْتُ أُرْسِلُهُ إِلَيْكُمْ»
„Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand [Al-Fariqlit / الْفَارَقْلِيطُ] nicht zu euch kommen. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“ [61]
Das griechische Wort im Urtext lautet Paraklytos (der Tröster, der Anwalt, der Beistand) [61]. Der weltberühmte italienische Sprachwissenschaftler, Philologe und führende Orientalist Carlo Nallino (كَارْلُو نِيلِينُو), der an der Universität Kairo lehrte, enthüllte in einem hochspannenden Privatgespräch mit dem Al-Azhar-Gelehrten Abdul Wahhab al-Najjar (عَبْدُ الْوَهَّابِ النَّجَّارُ) die linguistische Wahrheit [61].
Als Al-Najjar ihn als unumstrittenen Experten der altgriechischen Sprache fragte, was dieses Wort im Urtext wirklich bedeute, gab Nallino zögernd zu, dass die Übersetzung „Tröster“ auf einer bewussten, nachträglichen Vokalverschiebung in der christlichen Tradierung beruht [61]. Die ursprüngliche, linguistisch korrekte Vokalisierung lautet Periklytos [61]. Und was bedeutet Periklytos im Altgriechischen [61]?
Es ist die präzise, buchstabengetreue Übersetzung des semitischen Begriffs für „der im höchsten Maße Gepriesene“ – was exakt dem Namen „Ahmad“ (أَحْمَد) oder „Muhammad“ (مُحَمَّد) entspricht [61]! Als Al-Najjar triumphierend ausrief: „Das ist die Steigerungsform des Lobes [أَفْعَلُ التَّفْضِيلِ مِنَ الْحَمْدِ]!“, schwieg Nallino, blickte ihn an und sagte ausweichend: „Du fragst zu viel, mein Freund“, und ging von Dannen [61].
Selbst wenn wir die offizielle Übersetzung „Tröster“ oder „Beistand“ beibehalten: Jesus betont, dass dieser Beistand das Gesetz aufrichten, die Sünden der Welt tadeln und ewig bei den Menschen bleiben wird [61]. Nach Jesus kam kein einziger Prophet, der ein Weltreich des Rechts und des Glaubens errichtete und den Götzendienst auf der Erde zerschlug, außer dem Propheten Muhammad ﷺ [61].
Im Buch Jesaja (Isaiah 21:13–15) finden wir eine Prophezeiung, die im Englischen als „The Burden of Arabia“ (Das Orakel über Arabien) bekannt ist [61]:
«وَحْيٌ مِنْ جِهَةِ بِلَادِ الْعَرَبِ: فِي الْوَعْرِ فِي بِلَادِ الْعَرَبِ تَبِيتِينَ، يَا قَوَافِلَ الدَّدَانِيِّينَ. هَاتُوا مَاءً لِمُلَاقَاةِ الْعَطْشَانِ، يَا سُكَّانَ أَرْضِ تَيْمَاءَ. وَافُوا الْهَارِبَ بِخُبْزِهِ. فَإِنَّهُمْ مِنْ أَمَامِ السُّيُوفِ قَدْ هَرَبُوا. مِنْ أَمَامِ السَّيْفِ الْمَسْلُولِ، وَمِنْ أَمَامِ الْقَوْسِ الْمَشْدُودَةِ، وَمِنْ أَمَامِ شِدَّةِ الْحَرْبِ»
„Dies ist die Last über Arabien: Im Dickicht in Arabien müsst ihr herbergen, ihr Karawanen der Dedaniter! Bringt dem Durstigen Wasser entgegen, o ihr Bewohner des Landes Tema; begegnet dem Fliehenden mit seinem Brot! Denn vor den Schwertern sind sie geflohen, vor dem gezogenen Schwert, vor dem gespannten Bogen und vor der Schwere des Krieges.“ [61]
Versetze dich in die historische Realität [61]. Wer ist der einzige Prophet der Weltgeschichte, der eine Offenbarung in Arabien empfing, von seinem Volk mit gezogenen Schwertern gejagt wurde und fliehen musste [61]? Wer ist der Fliehende (der Emigrant), dem die Bewohner von Tema (تيْمَاء – ein bekannter Ort im Norden von Medina) und die Ansar mit Wasser und Brot entgegeneilen mussten, um ihn in seiner Erschöpfung zu stützen [61]? Es ist die exakte, dramatische Schilderung der Hidschra (الْهِجْرَةُ) des Propheten ﷺ, als er den tödlichen Schwertern der quraischitischen Verschwörer in Mekka knapp entkam und von den Bewohnern Medinas jubelnd und schützend aufgenommen wurde [61].
Es ist ein überwältigender Beweis für die universelle Botschaft und die kosmische Gnade Allahs, dass Spuren der prophetischen Vorankündigung selbst in den ältesten und entlegensten heiligen Schriften Asiens überlebten [61]. Der herausragende indische Gelehrte Safiur Rahman al-Mubarakpuri (صَفِيُّ الرَّحْمَنِ الْمُبَارَكْفُورِيُّ) – der Verfasser des weltberühmten Sira-Werkes Der versiegelte Nektar – leistete in seinem Werk „Und du bist von erhabenem Charakter“ (وَإِنَّكَ لَعَلَى خُلُقٍ عَظِيمٍ) Pionierarbeit [61]. Als Kenner der altindischen Sprachen übersetzte er direkt aus den heiligen Sanskrit-Mofeln der Hindus [61]:
In diesem uralten Werk der indischen Weisen wird das Erscheinen des Propheten ﷺ mit einer Detailgenauigkeit beschrieben, die jede rationale Erklärung sprengt [61]:
Die Prophezeiung über den kommenden letzten Erretter des Kosmos (Kalki Avatar) liest sich wie eine lückenlose Kurzbiografie des Propheten Muhammad ﷺ [61]:
In einem der vier heiligsten Bücher der Hindus wird ein heroischer Führer namens Narashansa (der von allen Gepriesene – d.h. Muhammad) angekündigt [61]. Er wird als Kaurama (der Auswanderer) bezeichnet, der auf einem Kamel reitet, zwölf Ehefrauen besitzt und dessen Aufstieg so gewaltig ist, dass er „den Himmel berührt und wieder herabsteigt“ – eine glasklare Prophezeiung der wundersamen Himmelsreise (Al-Isra’ wal-Mi’raj / الْإِسْرَاءُ وَالْمِعْرَاجُ) [61].
Zudem heißt es, er werde inmitten von 60.090 Feinden siegreich sein [61]. Dr. Mubarakpuri analysierte diese Zahl mit den Werkzeugen der Sira-Wissenschaft und stieß auf ein verblüffendes mathematisches Wunder [61]. Wenn man die Gesamtzahl aller Allianzen addiert, die sich dem Propheten ﷺ in den existenziellen Kriegen entgegenstellten, erhält man exakt diese Summe [61]:
Wenn du dich intensiv mit der Geografie der arabischen Halbinsel beschäftigst, stößt du auf eine historische Anomalie [61]. Warum verließen mächtige, hochentwickelte jüdische Clans ihre fruchtbaren Heimatländer im fruchtbaren Syrien, Ägypten oder Irak, um sich mitten in der kargen, von mörderischen Stammeskriegen zerrissenen Oase von Yathrib (Medina), Khaybar und Fadak anzusiedeln [61]?
Die Antwort liegt in den tiefen Archiven ihrer eigenen Schriften [61]. Der große Tabi’i Muhammad ibn Sirin (مُحَمَّدُ بْنُ سِيرِينَ) überliefert auf der Autorität von Abu Hurairah (أَبُو هُرَيْرَةَ), dass die jüdischen Gelehrten nach den brutalen Verfolgungen durch den babylonischen König Nebukadnezar (Bukhtanassar) in ihren prophetischen Büchern nach dem Ort der Rettung suchten [61]. Sie fanden dort eine unmissverständliche geografische Beschreibung [61]:
«بَلْدَةٌ بَيْنَ لَابَتَيْنِ ذَاتُ نَخْلٍ»
„Eine Stadt zwischen zwei vulkanischen Basaltfeldern [Al-Labatayn], reich an Dattelpalmen.“ [61]
Sie wussten, dass dies der feste Ort der Auswanderung des letzten, unbesiegbaren Propheten sein würde [61]. Sie zogen in Scharen dorthin, um seine Ankunft zu erwarten, in der Hoffnung, sich ihm anzuschließen und unter seiner Flagge ihre Feinde zu vernichten [61].
Die Chronik von Ibn Ishaq (ابْنُ إِسْحَاقَ) bewahrt eine epische Geschichte, die dies untermauert [61]. Als der jemenitische König Tubba’ al-Himyari im Zuge eines Feldzuges die Stadt Yathrib belagerte und drohte, sie dem Erdboden gleichzumachen (weil die Einwohner seinen Sohn getötet hatten), traten zwei weise jüdische Gelehrte der Banu Qurayzah vor ihn und sprachen jene prophetischen Worte [61]:
«أَيُّهَا الْمَلِكُ، انْصَرِفْ عَنْ هَذِهِ الْبَلْدَةِ، فَإِنَّكَ إِنْ أَبَيْتَ إِلَّا مَا تُرِيدُ لَمْ تُمَكَّنْ مِنْهَا، فَإِنَّهَا مُهَاجَرُ نَبِيٍّ يُبْعَثُ مِنْ قُرَيْشٍ فِي آخِرِ الزَّمَانِ»
„O König! Wende dich ab von dieser Stadt! Denn wenn du auf deinem Vorhaben beharrst, wird dir kein Machtanspruch über sie gewährt werden. Sie ist wahrlich der Ort der Auswanderung eines Propheten, der am Ende der Zeiten aus dem Stamm der Quraisch entsandt wird!“ [61]
Der König war so tief beeindruckt von ihrem exakten Wissen und ihrer Ehrwürdigkeit, dass er die Belagerung abbrach, ihren Glauben annahm und voller Ehrfurcht nach Jemen zurückkehrte [61].
Hier stehen wir vor dem schmerzhaftesten Rätsel der Religionsgeschichte [61]. Wenn diese Gelehrten die Ankunft des Gesandten Allahs ﷺ so präzise berechnet hatten und ihn an seinen physischen Eigenschaften zweifelsfrei erkannten – warum wählten sie dann den Weg des unerbittlichen Krieges gegen ihn [61]?
Dr. Elhamy führt uns an dieser Stelle in die tiefsten, dunkelsten Abgründe der menschlichen Seele [61]. Er zeigt auf, dass der Mensch kein rein rationales Wesen ist [61]. Der Verstand mag die Wahrheit erkennen, doch wenn die Seele krank ist, siegen die Triebe, der Hochmut und die weltlichen Interessen über die nackte Erkenntnis [61].
Die Juden von Medina hatten sich jahrzehntelang über die heidnischen arabischen Stämme der Aus (الأَوْس) und Khazraj (الْخَزْرَج) erhoben [61]. Wann immer es zu Spannungen kam, drohten die Juden: „Ein Prophet wird bald gesandt! Unter seiner Führung werden wir euch abschlachten wie das Volk von Ad und Iram!“ [61].
Als der Prophet ﷺ jedoch erschien, war er ein Araber aus der Linie Ismaels und kein Hebräer aus der Linie Isaaks [61]. Ihr ethnischer Hochmut zerfraß ihre Frömmigkeit [61]. Sie konnten es psychologisch nicht ertragen, dass die Krone der Prophetie auf ein Volk überging, das sie zuvor als „Heiden“ und „Schriftlose“ verachtet hatten [61]. Sie verweigerten die Gefolgschaft aus reinem, rassistischem Dünkel [61].
Die Begegnung zwischen dem jüdischen Anführer der Banu Nadir, Huyayy ibn Akhtab (حُيَيِّ بْنِ أَخْطَبَ), und seinem Bruder Yasir ist das erschreckendste Zeugnis dieser seelischen Verstocktheit [61]. Als der Prophet ﷺ in Medina eintraf, suchte Huyayy ihn heimlich auf, um ihn stundenlang zu prüfen [61]. Seine Tochter, unsere spätere Mutter Safiyyah (صَفِيَّةُ), belauschte das intime Gespräch der beiden Brüder nach ihrer Rückkehr [61]:
«عَدَاوَتُهُ مَا بَقِيتُ وَاللَّهِ»
„Seine Bekämpfung und meine Feindschaft gegen ihn, solange ich atme, bei Allah!“ [61]
Er wusste, dass er die Wahrheit bekämpfte; er tat es sehenden Auges, um seine soziale Vormachtstellung und seine politische Herrschaft über seine Gefolgsleute nicht zu verlieren [61].
Auch der berühmte arabische Dichter Umayyah ibn Abi al-Salt (أُمَيَّةُ بْنُ أَبِي الصَّلْتِ) hatte die alten Schriften der Christen und Juden in Syrien intensiv studiert [61]. Er wusste, dass die Zeit für das Erscheinen des letzten Gesandten reif war [61]. Er fastete, verzichtete auf Wein und den Götzendienst und kleidete sich in Sack und Asche, weil er in seiner arroganten Eigenliebe felsenfest davon überzeugt war, dass Allah ihn selbst zum Propheten erwählen würde [61].
Als Allah jedoch den edlen, bescheidenen Muhammad ﷺ berief, war Umayyahs Stolz tödlich getroffen [61]. Er verweigerte den Glauben aus purem, brennendem Neid [61]. Er dichtete sogar Elegien für die im Unglauben gefallenen Quraisch-Führer von Badr und verstarb schließlich als verstockter Ungläubiger [61]. Über ihn sagte der Prophet ﷺ voller Wehmut:
«آمَنَ شِعْرُهُ وَكَفَرَ قَلْبُهُ»
„Sein Gedicht glaubte, doch sein Herz verharre im Unglauben.“ [61]
Die Weigerung der zeitgenössischen Gelehrten ist somit kein Beweis für den Mangel an Belegen, sondern das ewige, tragische Zeugnis dafür, dass die menschliche Seele lieber im vertrauten Sumpf ihrer Privilegien, ihrer Vorurteile und ihrer Begierden verweilt, als sich vor der erhabenen Souveränität Allahs zu beugen [61].
Gegründet auf den historischen Analysen von Dr. Mohamed Elhamy in Episode 10. [61]